Mareike Wulf

Inklusion im Blick

Als bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion gehört es nicht nur zu meinen Aufgaben, mit den Vertretern der Bildungsverbände zu sprechen, ich habe mir ebenso das Ziel gesetzt, sämtliche Schulen und Schulformen in Niedersachsen zu besuchen und mir so ein Meinungsbild vor Ort zu machen.

So habe ich auch die Ludolf-Wilhelm-Fricke-Schule in Hannover besucht, eine von mehreren Stephansstift Förderschulen in freier Trägerschaft. Es gibt Kinder, die in sozialer, emotionaler oder psychomotorischer Hinsicht starke Auffälligkeiten zeigen und dadurch nicht an allgemeinbindenden Schulen zurecht kommen. Manchmal reichen auch schulintegrative Fördermaßnahmen nicht, so dass es für die Kinder besser ist, zeitweise eine Förderschule zu besuchen.

Die erste Überraschung bei meinem Besuch erwartete mich im Büro des Schulleiters: Frodo – ein großgewachsener Mischling, der nach vollendetem Training als Therapiehund eingesetzt werden soll.

FRODO MUSS HEUTE MAL NICHT ARBEITEN

Doch Frodo sollte nicht der einzige Vierbeiner an diesem Tag bleiben. Denn eine Station meines Besuchs der Schule war die Hospitation einer intensivschulpädagogischen Lerngruppe, die einen Jack Russel Terrier nutzten, um spielerisch die Uhrzeit zu erlernen.

Schulen, die Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Problemlagen fördern, sind entscheidend für eine erfolgreiche Inklusion. Daher war es mir ein wichtiges Anliegen, die Einschulung in die 5. Klasse der Förderschule Lernen für das kommende Schuljahr wieder zu ermöglichen. Das verbessert nicht nur die Handlungsfähigkeit der Schulträger, sondern stärkt vor allem den Elternwillen und das Kindeswohl. Mit der Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes wird die Laufzeit der Förderschule Lernen bis zum Schuljahr 2027/28 verlängert. Durch die so gewonnene Zeit können Lehrkräfte durch mehr Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen besser als bislang auf inklusive Bildung vorbereitet werden. Weitere Schritte sind notwendig, bis Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam beschult werden, doch dabei darf das individuelle Kindeswohl nicht aus den Augen geraten!

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