Mareike Lotte Wulf

Hospize: Am Ende des Lebens in Würde begleitet

Wie können Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt würdevoll begleitet und betreut werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt für Mareike Lotte Wulf, CDU-Bundestagsabgeordnete für Hameln-Pyrmont – Holzminden, als sie kürzlich das Palliativnetz Region Holzminden e.V. besuchte.

Zusammen mit dem Stadtoldendorfer Bürgermeister Helmut Affelt und den Kreistagsmitgliedern Sabine Echzell und Tanya Warnecke informierte sie sich dort über aktuelle Herausforderungen.

„Wer unheilbar erkrankte Angehörige auf ihrem letzten Weg begleitet, verdient höchsten Respekt und vor allem Unterstützung“, sagte Wulf. „Ambulante Angebote und Hospizplätze sind dabei unentbehrlich. Das geplante Hospiz in Stadtoldendorf schließt hier eine wichtige Versorgungslücke in der Region. Mein Dank gilt allen, die sich für das Hospiz eingesetzt haben“

Michael Pfeil vom Palliativnetzwerk und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Hospiz, Rita Harre von der Geschäftsstelle des Palliativnetzwerks und Hanna Kumlehn von der Geschäftsstelle der Hospizvereins Holzminden stellten das Projekt vor: Das Solling-Hospiz mit zwölf Betten entsteht derzeit auf dem Gelände des ehemaligen Charlottenstifts in Stadtoldendorf. Es soll das ambulante Angebot der Palliativbetreuung ergänzen. Das Palliativnetz Region Holzminden e.V. ist ein Zusammenschluss von Palliativmedizinern, Pflegediensten mit Palliative-Care-Fachkräften und einem Koordinationsbüro. Es kümmert sich seit 2012 um die Beratung, Unterstützung, Begleitung und Pflege für Menschen mit unheilbaren Erkrankungen. Das Angebot richtet sich an Kranke im fortgeschrittenen Stadium und deren Angehörige. Ziel ist es, den Patienten zu ermöglichen, die verbleibende Lebenszeit zu Hause und mit einer bestmöglichen Lebensqualität zu verbringen. Pro Jahr betreut das Palliativnetz ca. 150 Menschen.

Vertreterinnen und Vertreter des Palliativnetzes schilderten einige Probleme in der täglichen Arbeit: Der Schwund an Pflegekräften etwa und deren Abwanderung in die regionale Industrie. Auch an der Ausbildung hapere es. Waren früher noch gut 25 Personen in einem Ausbildungsjahrgang an den Berufsschulen, seien es heute oft weniger als zehn. Die Erhaltung des Schulstandortes in Holzminden sei wichtig, um Pflegekräfte in der Region zu binden, forderten die Palliativ-Fachleute. Eine weitere Herausforderung seien wirtschaftliche Probleme, da manche Leistungen über die Krankenversicherung und andere über die Pflegeversicherung abgerechnet werden müssen und es hier unterschiedliche Vergütungen gebe. „Das führt zu Schieflagen“, so die Bilanz. Auch die Überlastung der Pflegedienste durch bürokratische Vorschriften wurde angesprochen. Vor allem in der Qualitätskontrolle könne eine bessere Nutzung von IT-Lösungen für Entlastung sorgen.

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