Mareike Lotte Wulf

Welche Folgen hat ein Gas-Embargo?

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges vorauszusehen und zu bewältigen, ist weiterhin die größte politische Herausforderung für uns alle. Deshalb ist es mir momentan sehr wichtig, viele Gespräche zu führen und mich vor Ort zu informieren, welche Folgen aktuelle Entwicklungen für die Menschen im Weserbergland haben.

Kürzlich habe ich die Firma Ardagh Glass in Bad Münder besucht, um zu erfahren, was ein russisches Gas-Embargo für die Glasindustrie in meinem Wahlkreis bedeuten würde. Bei der Führung durch das Werk, wo Gläser für Lebensmittel, aber auch Spezialgläser für den medizinischen Bedarf produziert werden, schilderte mir Werksleiter Frank Lübbering die Folgen eines Gas-Embargos. Glasproduktion ist sehr energieintensiv, um die hohen Temperaturen für den Schmelzofen zu erreichen. Daher ist Ardagh -Glass, wie viele Betriebe in der traditionellen Glas-Region des Weserberglands, direkt an die Pipeline angeschlossen. Wenn dort kein Erdgas mehr ankommt, kühlt der Schmelzofen ab, der seit 15 Jahren läuft, und kann nie mehr hochgefahren werden. Eine Millioneninvestition wäre plötzlich wertlos.
Auch regionale Liefer- und Versorgungsketten müssten abrupt neu aufgestellt werden – wohin sollten denn Gurken und Würstchen verpackt werden, wenn es keine Gläser mehr dafür aus Bad Münder gäbe? In jedem Fall müssen in der Debatte um Sanktionen und Energie-Embargos die Auswirkungen auf die Glas-Region Weserbergland eine Rolle spielen, denn von den bundesweit rund 5000 Arbeitsplätzen in der Glasindustrie ist jeder zehnte hier angesiedelt.

Bei Besuchen wie diesen in Firmen, Projekten und Institutionen meines Wahlkreises erfahre ich vieles, das meine Arbeit in Berlin beeinflussen wird. Wenn wir gemeinsam an Lösungen arbeiten, haben wir beste Chancen, diese Zeit gut zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen. 

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